Tag 1

Tag 1 ist um! Ich habe es auf 110km gebracht, von Charleston nach Bowman. 

Die Beine sind müde, obwohl es alles nur flach war. Gepäck: zuviel! Ich überlege bereits, was ich aussortieren kann. 

Die Suche nach einem Platz wo ixh mein Zelt aufschlagen kann war mühsam, aber lohnenswert. Der erste Anlauf war eine Tankstelle, erfolglos für den Schlafplatz, aber der nette Kassierer war rege interessiert an dem was ich mache. Nachdem ich die Polizeistation ausfindig machte, um mich dort nach einer Möglichkeit zu erkunden, wo ich denn wohl mein Zelt platzieren könnte, musste ich feststellen, dass diese Sonntags geschlossen hat...Die nächste Chance ließ nicht lange auf sich warten: Ein altes Ehepaar kam gerade nach Hause, zu ihrem Haus mit Garten. Ich habe mich vorgestellt, erzählt was ich mache (auch bei ihnen schien das Interesse groß) und gefragt, ob ich mein Zelt in ihren Garten stellen könne, am nächsten morgen wäre ich auch früh wieder weg. Sie war jedoch besorgt, dass mein Zelt wegfliegen könne (bei Windstill mit mir drinnen...) und lehnte ab. Ok, in beiden darauf folgenden Supermärkten könnte man mir auch nicht weiterhelfen. Auf meine Frage, ob jemand in der Kirche ist, würde mir gesagt, dass dort gerade eine Veranstaltung ist. Ich also in dir Kirche rein wo gerade ein Film geschaut wurde und einen alten Herrn gefragt, wo denn eine zuständige Person zu finden ist. Er ist mit mir vor die Türe gegangen, um sich nach meinem Anliegen zu erkunden. Auf meine Erklärung, dass ich einen Platz für mein Zelt suche, hat er mich sofort zu sich und seiner Frau eingeladen. Er sagte, er müsse sie erst noch fragen, denke jedoch,  dass es in Ordnung sei. So war es auch!  Wahnsinn! Ich wurde eingeladen den Film zu ende zu schauen. So saß ich nun in einer Kirche, stinkend, dreckig, verschwitzt, müde und habe einen Film geschaut.  Als der Film zu Ende war (nach ca.20 min.) hat sich die ganze Gemeinde in einen Kreis gestellt, an die Hände genommen und gebetet. Es wurde auch für mich gebetet. Wer mich kennt, der weiß dass ich nicht viel mit der Kirche zu tun habe. Diese Erfahrung jedoch hat gezeigt, dass man, egal wer man ist und egal wo man herkommt, von so einer Gemeinde aufgenommen wird. Ergreifend!


Auch hier zeigten viele der Menschen Interesse an meiner Reise, wünschten mir viel Glück und eine sichere Fahrt. 


Bei dem alten Ehepaar angekommen (leider kann ich mich nicht mehr an deren Namen erinnern), habe ich mein Fahrrad in der Garage geparkt, durfte duschen und bekam eine warme Mahlzeit. Wow! Mit soviel Gastfreundschaft habe ich nicht gerechnet! Ich bekam mein eigenes Schlafzimmer mit einem urgemütlichen Bett und habe grandios geschlafen! 

Am nächsten Morgen ging es für mich um 08:00 weiter. Mir wurden noch ein Spiegelei zum Frühstück angeboten, dies aber habe ich abgelehnt, da ich mich auf den Weg machen wollte.

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