Barcelona - Alcùdia

Der Wecker klingelte heute um fünf Minuten vor sechs in der Früh. Von unserem Warmshower Host haben wir uns bereits am Abend verabschiedet. 

Der von mir erwartete Hangover blieb glücklicherweise aus. Nichts desto trotz habe ich mich am Morgen an zwei doppelten Kaffee erfreut, bevor wir Marsels Wohnung dreißig Minuten später verlassen haben. 


Nach dem wir gestern Barcelona erreicht haben und Marsel uns in Empfang nahm, haben wir am Abend gemeinsam mit zwei weiteren Radfahrern und Marsel den Abend auf seiner Terasse verbracht, Geschichten gelauscht, Geschichten erzählt, Bier getrunken und zum guten Schluss bei einem späten Abendessen in einem kleinen Restaurant auf der anderen Straßenseite den Abend mit Rotwein ausklingen lassen. 

Das ist das tolle an Warmshowers. Man trifft Menschen mit der gleichen Passion, herzliche Menschen, Menschen die einem ein großes Vertrauen entgegen bringen. Bedenkenlos. Uneigennützig. Man ist verschieden und doch so gleich. Man fühlt den anderen, denn man hat bereits gleiche Situationen durchgemacht. Und trotzdem lernt man voneinander. Man lässt sich inspirieren und inspiriert. 


Meine Gefühle am Morgen waren sehr gemischt. Beeindruckt von der Ruhe und Gelassenheit, welche über Barcelona am frühen Morgen ausgebreitet war, so unschuldig und frisch, lag nun doch ein Hauch Melancholie in der Luft. Der letzte Tag. Sollte es tatsächlich der letzte Tag sein? Beim Anblick der Fähre machte sich ein ungutes Gefühl breit. Der Gedanke den letzten Tag zu starten, auf eine Insel zu fahren und zu wissen, dass man dort nicht wegkommt, "gefangen ist", zu wissen, dass morgen ein Empfang für uns stattfindet. All das schnürte meine Kehle zu. Wie soll es dann weitergehen? Wir werden die Mein Schiff 6 in Palma erreichen und dann? "Tief einatmen, Nira" sagte ich mir. Der Tag hat gerade erst angefangen und uns trennen noch knappe 70km von Alcùdia zu Palma. Auch wenn es der letzte Tag ist, ist es noch nicht das Ende. Heute ist heute. Im hier und jetzt leben. Momente bewusst auf sich wirken lassen. Denke nicht über die Zukunft nach. Be in the present moment!


Die Fähre läutet das Typhon...die Schiffssirene signalisiert, dass wir gleich da sind. 5 Stunden Fahrt sind nun vorbei...wir müssen los...die letzten km bis Palma...


Kommentar schreiben

Kommentare: 0